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wir
sind fünf bündner, die lieber auf der bühne schwitzen
als am skilift. doch wie kommt das, wird sich nun der nicht-bergler
fragen? so nimm das:
Schnell ist, was Trend ist, bereits Neo-Trend, und was heute noch
nach Zukunftsmusik klingt, ist morgen schon Retro. Wer am Puls der
Zeit bleiben will, tut deshalb gut, Bleischuhe zu montieren, um
in dieser Flut von Tops und Flops nicht den Boden unter den Füssen
zu verlieren. Musikalische Wellen sind nicht weniger kurzlebig und
werden oft, kaum begonnen, bereits für tot erklärt, um
ein Jahr später ein Revival zu feiern. Techno ist tot, Punk
sowieso, Grunge von gestern und Heavy-Metal ein archäologisches
Phänomen. Doch abseits der Hitparaden aller Bobos dieser Welt
überlebt das überlebte, wird zum Klassiker, zur Erinnerung
oder zum Lebensprinzip. aber
wem nach philosophie ist, der soll sich der einschlägigen literatur
widmen, denn hier spielt die musik.
Am Anfang war das Feuer, möchte man meinen, nicht so bei 3rd
stone from tha sun, dem musizierenden Bündner Hobby-Astrologen-Verein,
kurz mBHAV. Da war Rage against the machine, da sprang der Funke,
da rockte es und da wurde der Stein ins Rollen gebracht. Nach dem
Motto: Gespielt wird, was gefällt, ausser natürlich es
könnte dem sehr verehrten Publikum missfallen (Opportunismus?
Publikumsgeilheit? Angst vor Pfiffen?), begannen wir anno 1995,
als Crossover und Grunge über Europa fegte, die angesagten
Bands zu covern. Der Seattle-Sound von Nirvana, Soundgarden, Pearl
Jam oder Stone Temple Pilots, aber auch Red Hot Chili Peppers, Clawfinger,
H-Blockx und eben Rage against the machine war Programm. Was damals
up to date war, gilt heute teilweise bereits als Klassiker: «Smells
like teen spirit» ist zur Hymne einer Generation geworden
und «Killin' in the name» zum «Yesterday»
des Crossover. Zeitlose Songs unabhängig von Ins und Outs.
Doch vor dem Schreckgespenst Nostalgie graut uns und bevor wir selbst
ergrauen, frisieren wir unser Repertoire lieber mit Zeitgeist. Wie
Wellen kommen und gehen, so kommen auch Bands und manche bleiben.
Was wäre NuMetal ohne Limp Bizkit, Brit-Pop ohne Blur und Hip-Hop
ohne Beastie Boys oder Cypress Hill. Was wäre also ein 3rd
stone from tha sun Konzert ohne Bisquits, Flecken, böse Buben
und Zypressen-Berge, wahrscheinlich eben kein 3rd stone from tha
sun Gig. Uns gäbe es längst nicht mehr. Wer in unserer
Jukebox aber nach Evergreens von AC/DC bis ZZ-Top sucht, wird enttäuscht.
Wird dieser Bereich doch von genügend sogenannten Alphabet-Bands
abgedeckt. Unser Sound ist aktuell und vielseitig, da hoppt der
Hipper neben dem Banger mit Kopf. Wir spielen meist ein abendfüllendes
Programm, haben aber auch Konzerterfahrung mit mehr oder weniger
bekannten Namen wie Neneh Cherry, Sens Unik, Spooman oder Büne
Huber. Wobei diese Namen keinen abschreckenden Effekt haben sollten,
wir können euch versichern: Wir waren lauter, schneller und
viel böser. |
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